Was ist ein VPN und wofür braucht man es?

Ein VPN verschlüsselt deine Internetverbindung und ersetzt deine IP-Adresse durch die eines Servers in einem Land deiner Wahl. Was das im Alltag bedeutet, wann es sich lohnt, es einzuschalten, und was du davon nicht erwarten solltest.

Von Maciej Włodarczak · Aktualisiert:

Kurz erklärt

Ein VPN (Virtual Private Network) ist eine verschlüsselte Verbindung zwischen deinem Gerät und einem Server des VPN-Anbieters. Alles, was du ins Internet schickst, geht zuerst an diesen Server und erst von dort weiter zur Website. Niemand dazwischen kann mitlesen, und die besuchten Seiten sehen die IP-Adresse des Servers statt deiner eigenen.

Neu ist die Technik nicht. Firmen nutzen VPNs seit Jahrzehnten, damit Beschäftigte von zu Hause aus sicher ins Firmennetz kommen. Dienste für Privatkunden wie die auf unserer Karte funktionieren genauso, nur landest du statt im Büro bei Servern in Dutzenden Ländern.

Wofür man es nutzt

Öffentliches WLAN

In einem offenen Netz im Hotel oder am Flughafen weißt du nicht, wer es eingerichtet hat und wer sonst noch verbunden ist. Die meisten Websites nutzen heute zwar HTTPS, doch welche Dienste du ansteuerst, bleibt sichtbar, und manche Apps verschlüsseln schlecht oder gar nicht. Mit VPN verlässt der Datenverkehr dein Smartphone bereits verschlüsselt. Mehr dazu in VPN im öffentlichen WLAN.

Privatsphäre gegenüber Provider und Werbebranche

Dein Internetanbieter sieht, mit welchen Domains du dich verbindest. Mit VPN sieht er nur noch eine einzige verschlüsselte Verbindung. Websites und Werbenetzwerke bekommen deine echte IP-Adresse nicht mehr, die meist deine Stadt und manchmal sogar dein Viertel verrät.

Eine IP-Adresse von woanders

Verbindest du dich mit einem Server in einem bestimmten Land, bekommst du dort eine lokale IP-Adresse. Das hilft, wenn deine Bank keine Anmeldung aus dem Ausland zulässt, wenn du mit Kunden in einem anderen Markt arbeitest oder wenn du sehen willst, wie eine Website oder Anzeige anderswo aussieht. Die VPN-Karte zeigt, wer wo Server hat.

Was ein VPN nicht kann

Es hält keine Schadsoftware auf, die du selbst herunterlädst, auch wenn manche Anbieter bekannte schädliche Websites blockieren. Es versteckt dich nicht vor einem Dienst, bei dem du angemeldet bist, denn ein Konto bleibt ein Konto, egal mit welcher IP-Adresse. Und es macht dich nicht vollständig anonym: Cookies, Browser-Fingerprinting und deine eigenen Gewohnheiten können dich trotzdem identifizieren. Mehr dazu in Anonymität im Internet.

Ist das legal?

In den meisten Ländern der Welt ja, darunter die USA, Großbritannien, Kanada, Australien und die gesamte EU. Banken, Unternehmen, Redaktionen und ganz normale Nutzer verlassen sich täglich auf VPNs. Eine Handvoll Länder schränkt sie ein oder verbietet sie, informiere dich also vor der Reise. Ein VPN ändert nichts daran, was online erlaubt ist, und manche Streamingdienste beschränken in ihren Nutzungsbedingungen den Zugriff von außerhalb bestimmter Länder.

Kostenlos oder kostenpflichtig?

Server kosten Geld, ein kostenloser Dienst muss sich also irgendwie finanzieren. Auf der sicheren Seite bist du mit dem Gratis-Tarif einer etablierten Firma. Proton VPN hat kein Datenlimit, lässt dich aber das Land nicht wählen, Windscribe und TunnelBear geben dir ein monatliches Datenvolumen. Vorsicht bei anonymen Apps, die ein „kostenloses VPN ohne Limit“ versprechen: Manchmal sind deine Daten das eigentliche Produkt.

So legst du los

Überleg dir, aus welchem Land du eine IP-Adresse brauchst, und sieh auf der Karte nach, wer dort Server hat. Vergleiche dann ein paar Anbieter auf der Seite VPN-Anbieter. Nach der Anmeldung installierst du die App, loggst dich ein und wählst ein Land aus der Liste. Wechseln kannst du jederzeit.